Lexikon der Filmbegriffe

Super-35

Ähnlich wie Super-8 und Super-16 ist auch Super-35 eine Modifikation des Standardformats, das es gestattet, eine größere Negativfläche zu belichten. Dabei wird die gesamte Filmfläche zwischen den Perforationslöchern und zwischen den Bildstrichen ausgenutzt. Als in den späten 1920ern die Tonspur auf dem Filmstreifen untergebracht werden musste und gleichzeitig das Academy-Standard-Format von 1,33:1 standardisiert werden sollte, wurde ein Teil des Films nicht mehr als Informationsträger genutzt. Die meisten 35mm-Kameras können für Super-35-Aufnahmen umgerüstet werden, indem man die Platte mit dem Bildfenster auswechselt. Durch die Verbreiterung des Bildes hat ein Super-35-Negative ein Seitenverhältnis von nahezu 2:1; leicht kann durch Kaschierung vor allem der unteren Teile des Bildes ein Projektionsformat von 2,35:1 erreicht werden, ohne dass man anamorphotische Objektive verwenden müsste. Gerade solche Filme, die im Kino als Breitwandfilme ausgewertet werden, sind im Pan-and-Scan-Verfahren sehr angenehm, weil das ursprüngliche Bildformat dem Videoformat entgegenkommt, so dass viel weniger Bildanteile abgeschnitten werden müssen, um die Schwarzstreifen nicht zu mächtig werden zu lassen. Zwar spielt die Action dann meist in der oberen Bildhälfte – die untere wird ja zum Abkaschen im Kino verwendet –, doch bleibt die Information fast vollständig im Video-Vollformat erhalten. Darum schätzen manche Regisseure wie James Cameron (Terminator 2, 1990, True Lies, 1994) oder Bryan Singer (The Usual Suspects, 1995) das Verfahren sehr. 
 


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: JH


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