Lexikon der Filmbegriffe

Filmmuseum München

Das Filmmuseum wurde 1963 als „Abteilung Foto und Film“ des Münchner Stadtmuseums gegründet. Das Filmprogramm seines 165‑Plätze‑Kinos bietet die Möglichkeit, auch unbekanntere Filmländer kennenzulernen und in vergangene Epochen der Filmgeschichte einzutauchen. Im historischen Marstallhaus des Münchner Stadtmuseums gelegen, bietet das Kino mit seinen 165 Plätzen heute (Stand: 2016) hochwertige Bild‑ und Tontechnik sowie eine Silberleinwand, auf der auch 3D‑Vorführungen möglich sind.


Mit seinen regelmäßigen Filmvorführungen wurde es zu Deutschlands erstem kommunalen Kino und entwickelte sich vor allem unter seinem zweiten Leiter Enno Patalas in den 1970er Jahren zu einem Filmarchiv von internationalem Ruf. Das Archiv des Filmmuseums umfasst etwa 6.000 Kopien, darunter Klassiker der Filmgeschichte, die zum Teil in jahrelanger Arbeit rekonstruiert wurden. Dazu zählen die Stummfilme wie Die freudlose Gasse (1925), Metropolis (1925/26), Der Golem (1920) und Das Weib des Pharao (1921), ebenso wie Filmfragmente aus dem Nachlass von Orson Welles. Schwerpunkte der Sammlung sind neben deutschen und sowjetischen Stummfilmen frühe Tonfilme und Mehrsprachenversionen, Klassiker des Avantgardefilms, die Arbeiten der deutschen Filmemigranten aus der Zeit des Nationalsozialismus, der Neue deutsche Film sowie Filme von Münchner Regisseuren (von Karl Valentin über Herbert Achternbusch, Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders bis zu Nicolas Humbert und Alexander Riedel). Seit 2005 gibt das Filmmuseum München in der Edition filmmuseum Filme und Archivschätze auf DVD heraus. Das Filmmuseum ist darüber hinaus Spielstätte für Festivals wie das DOK.fest, das Filmfest München und das Internationale Festival der Filmhochschulen. 


Artikel zuletzt geändert am 13.06.2016


Verfasser: JvH


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