Lexikon der Filmbegriffe

Prana-Film

von Sanskrit: prana = Lebensatem, Lebenshauch; das hinduistische Konzept des prana ist vergleichbar mit qi im alten China und ki in Japan sowie dem tibetischen lung


Der Filmarchitekt und -autor Albin Grau gründete mit Hilfe des Kaufmanns Enrico Dieckmann gründete er 1921 die Prana‑Film, für die er – bekennender Okkultist – das Yin-und-Yang‑Symbol als Logo wählte. Die Firma sollte dazu dienen, Filme über das Okkulte und das Übernatürliche zu drehen. Grau hatte bereits 1920 Friedrich Wilhelm Murnau kennengelernt, den er für das Vampirfilm-Projekt Nosferatu (1921) gewinnen konnte, übernahm seinerseits die künstlerische Leitung und entwarf Dekorationen, Kostüme und zahlreiche Werbegrafiken. Allerdings hatten die Prana-Film die Rechte an Bram Stokers Roman Dracula nicht ordnungsgemäß erworben, so dass die Firma nach einer Urheberrechtsklage Florence Stokers, der Witwe Stokers, 1922 in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geriet und schließlich Konkurs anmeldete. 1925 wurde die Vernichtung aller Negative und Kopien von Nosferatu gerichtlich angeordnet, die allerdings nie vollzogen wurde. Grau initiierte sogar die Gründung der Deutsch‑Film‑Produktion (DFP) in Berlin, die 1929 durch Waldemar Roger gegründet wurde und primär der Rekonstruktion Nosferatus diente. Nach der Produktion dreier Kurzfilme mußte die DFP ihren Betrieb 1930 einstellen. 


Artikel zuletzt geändert am 13.06.2016


Verfasser: HHM


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