Lexikon der Filmbegriffe

Pupillometrie

auch: Pupillographie


Pupillometrische Methoden messen Veränderungen des Pupillendurchmessers (Pupillenreaktion, auch: Pupillenreflex), die nicht nur auf den Lichteinfall reagieren, sondern auch Indikatoren mentaler oder kognitiver Beanspruchung sind. Es gibt jedoch keine einfache Korrelation zwischen der Pupillenweite und der Intensität oder Qualität von emotional wirkenden Reizen. Insbesondere in der Werbewirkungsforschung wird das Verfahren aber oft in der Annahme, dass als angenehm empfundene Reize zur Pupillenerweiterung führten, recht naiv eingesetzt.


Zur Pupillometrie ist ein Eyetracking‑System nötig, welches mit sehr hoher Frequenz Veränderungen des Pupillendurchmessers aufzeichnet. Heute werden die Ergebnisse elektronisch aufgezeichnet; in der Frühzeit des Verfahrens wurde oft Film eingesetzt, wenn die Veränderungen als Einzelbilder photographiert wurden (Photogramm-Methode), weshalb die ungemein schnellen Reaktionen der Pupille nur vermutet werden konnten.


Literatur: Hess, Eckhard H.: Pupillometrics. In: Handbook of Psychophysiology. Ed. by N. Greenfield, N. & R. Sternbach. New York: Holt, Rinehart, Winston 1972, S. 491-531. – Kuhlmann, Jochen: Pupillography principles, methods and applications. München [...]: Zuckschwerdt 1999.


Artikel zuletzt geändert am 13.06.2016


Verfasser: JvH


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