Lexikon der Filmbegriffe

Rouxcolor

Das Rouxcolor-Verfahren wurde 1932-34 von Lucien Roux und seinem Bruder Armand erfunden, 1947 in einer spielfilmbereiten Form vorgestellt. Es handelt sich um ein Spreizverfahren mit vier verkleinerten Farbauszügen (mit je einem Filter für Rot, Gelb, Grün und Blau) im normalen Bildfeld; der Farbeffekt wird durch eine Optik erzeugt, die in der Vorführung die vier Bildfelder gleichzeitig projiziert (weshalb wohl auch 70mm-Material verwendet wurde). Die Optiken sollten nach dem Plan der Roux-Brüder verliehen, nicht verkauft werden. Marcel Pagnol, dem sie das Verfahren angetragen hatten, nutzte das Verfahren 1948 für seinen melancholischen Franz-Schubert-Film La Belle Meuniere. Das Verfahren bereitete allerdings vor allem bei Innenaufnahmen Probleme, weil es die Farben allzu grell wiedergab und vor allem die Hauttöne in jeder Umgebung anders wirkten. Oft werden die beiden ägyptischen Filme Baba Areess (1950, Hussein Fawzi) und Sitt al hosn (1950, Niazi Mostafa) als erste Filme benannt, in denen Rouxcolor wirklich funktionierte – doch blieben sie relativ einzigartige Applikationen des Systems.


Literatur: Cornwell‑Clyne, Adrian: Colour Cinematography. London: Chapman & Hall 1951, S. 272‑275. – Roux, Alain / Martin, Pascal: Armand Roux et le Rouxcolor. Des années 1930 aux années 1970. In: 1895, 71, 2013, S. 211‑228. 


Artikel zuletzt geändert am 13.06.2016


Verfasser: JH


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