Lexikon der Filmbegriffe

ambidiegetisch (1)

Eher seltene Beschreibung von Textelementen, die zwei Diegesen oder dem Diegetischen wie dem Extradiegetischen gleichzeitig zugehören. Verwendet wird der Begriff vor allem in der Beschreibung von Film-Ton und insbesondere Film-Musik, die gelegentlich zwischen der erzählten Welt und dem extradiegetischen Rahmen changiert oder den Platz wechselt. Wenn in Der Kongress tanzt (Deutschland 1931, Erik Charell) in einer Walzerszene mit diegetischer Orchesterbegleitung zu tanzen beginnt, sich dann aus dem Raum durch die ganze Stadt hindurch in einer rauschartig-raumgreifenden Bewegung bewegt, bevor das Paar ins Heu sinkt, wechselt die unterlegte Musik schleichend ihren diegetischen Status.


Literatur: Holbrook, Morris B.: Ambi‑Diegetic Music in the Movies: The Crosby Duets in High Society. In: Consumption, Markets and Culture 8,2, June 2005, S. 153‑182. – Holbrook Morris B.: When Bad Things Happen To Great Musicians: The Role of Ambi‑Diegetic Jazz in Three Tragedepictions of Artistic Genius on the Silver Screen. In: Jazz Research Journal 1,1, May 2007, S. 99‑128.


Artikel zuletzt geändert am 05.10.2016


Verfasser: HJW


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