Lexikon der Filmbegriffe

Wu xia pien

von Mandarin: wu = Martial-Arts; xia = Held; pien = Film

Film-Genre aus Rotchina, Taiwan und Hongkong. Wu xia entstand in den 1950er und 1960er Jahren. Vor allem aus den Studios der Shaw-Brüder kamen Vorläufer des Genres. Ang Lees Crouching Tiger, Hidden Dragon (2000) ist der erste vollständig außerhalb Südostasiens produzierte und an vielen Orten der Welt aufgenommene wu-xia-Film, wenn auch John Carpenters Big Trouble in Little China (1986) schon Jahre vorher mit seinen Stilelementen spielte.
Für das Genre charakteristisch sind seine Fantasy-Elemente. Die Helden betreiben ihre Kampfkunst als eine Technik der Meditation, durch die sie übermenschliche Kräfte und Fertigkeiten erlangen – meist shen gong genannt: sie können fliegen, Wände hinauflaufen, sich blitzschnell bewegen; innere Energie (qi) kann als Energiestoß nach außen gestoßen werden; und sie können Gegner durch Akupressur außer Gefecht setzen oder sogar töten. Die meisten wu-xia-Filme spielen in einer oft nicht genauer identifizierbaren Vergangenheit und behandeln Rache-Motive. Ihre Wirklichkeit zeigt gesetzlose Phasen der Geschichte, in denen die staatlichen Institutionen machtlos sind, in denen die Willkür oder sogar Kriminalität verantwortungsloser Machthaber herrschen. Der Held ist – darin dem Hollywood-Action-Kino vergleichbar – als Gerechter und einzelner den Kartellen der Macht entgegengestellt.

Literatur: Lau Shing-hon (ed.): A Study of the Hong Kong Swordplay Film (1945-1980). The 5th Hong Kong International Film Festival. Hong Kong: Hong Kong Urban Council 1981. Rev. ed. 1996.


Artikel zuletzt geändert am 18.07.2011


Verfasser: JH


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