Lexikon der Filmbegriffe

Bildfensterguillotine

auch: (Bildfenster-)Fallklappe


Um die Kinos vor Bränden zu schützen, die fast immer von den Vorführräumen ausgingen, wurden in Deutschland ab etwa 1920 getrennte Bildwerferräume bzw. Vorführräume ohne Türen zum Zuschauerraum Vorschrift. Außerdem mussten spezielle Sicherheitseinrichtungen eingebaut werden. Eine davon waren die Fallklappen: Die Projektionsfenster, durch die der Film in den Zuschauerraum gestrahlt wurde, waren mit Führungsschienen und massiven Schiebern aus Metall ausgestattet. Bei einer Störung oder einem Feuer im Vorführraum verschlossen sie alle Öffnungen zwischen Vorführ- und Zuschauerraum. Gehalten wurden die Klappen durch einen Elektromagneten, der sich in einem Kästchen über den Klappen befand. Gelöst wurden die Magneten durch ein Stück Nitrofilm, das im Projektor selber oder an strategischen Stellen der Filmführung eingespannt war: Fing dieses Filmstückchen Feuer und/oder verpuffte es, löste es über einen magnetischen Schalter die Filmklappen aus. Nachdem der Nitratfilm Mitte der 1950er Jahre aus den Kinos verschwunden war und die Klappen ihre Funktion verloren hatten, wurden sie entweder ausgebaut oder mechanisch fixiert.


Die Bezeichnung entstand, weil die Klappen im Auslösungsfall wie ein Fallbeil in den Führungsschienen nach unten sausten und mit einem lauten Geräusch stoppten. 

Referenzen:

Kinobrände


Artikel zuletzt geändert am 05.10.2016


Verfasser: JvH


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