Lexikon der Filmbegriffe

Kaiserfilm (1)

Die Anekdote erzählt, dass Kaiser Wilhelm II. so oft gefilmt werden wollte, dass die Filmteams das Verfahren des „Kaiserns“ erfanden: Nur dem Anschein nach wurde eine Aufnahme gemacht; tatsächlich aber war kein Film in der Kamera; so konnte Material gespart werden und dennoch der Kaiser und seine Begleiter (oder andere Reiche und Prominente) den Eindruck hatten, vor der Kamera zu agieren.


Gelegentlich wird der Begriff heute im Insider-Jargon auch auf technisch defektes, nicht sendetaugliches, für den Schnitt unbrauchbares Videomaterial angewendet, das noch vor der Weiterbearbeitung oder -erkundung gelöscht wird. Ebenso ist er aus der Nachrichtenfilmerei bekannt, wenn sich am Ort des Geschehens zu viele vor die Kamera stellen wollen, die zum Thema nichts mehr beitragen und die – um sie nicht zu verprellen – dann „leer“ aufgenommen werden. 


Artikel zuletzt geändert am 05.10.2016


Verfasser: JvH


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