Lexikon der Filmbegriffe

kiss cam

kurz aus engl.: kiss cam[era]; dt. etwa: Kuss-Kamera 


Aus den USA und Kanada bekannte Unterhaltungseinlage, bei der Personen aus einem Publikum zum Küssen vor laufender Kamera (und Ausstrahlung) aufgefordert werden. Sie findet in Pausen, Auszeiten oder anderen Unterbrechungen von Sportereignissen, die in Hallen, Arenen oder Stadien ausgetragen werden, statt. Sie werden realisiert durch mehrere Kameras, die dazu abgestellt sind, (meist zwischengeschlechtliche) Paare zu identifizieren, die für die kleine Kuss-Aktion in Frage kommen: Sieht sich das ausgewählte Paar auf der Leinwand, gilt dieses als Aufforderung, sich zu küssen; das Publikum feuert die Küssenden mittels Jubel, Pfiffen oder Applaus an. Das Paar kann den Kuss aber auch verweigern. Großbildleinwände werden für die Zeit der Dominanz der Kiss Cam zum Aufmerksamkeitszentrum des Stadiumpublikums – neben das Spielfeld tritt eine zweite Bühne der Übertragung.


Es handelt sich um eine Art rhythmisierender Zwischen- oder Pausenaktion, die das reine Spielgeschehen (etwa beim Baseball) um eine zweite Spielebene komplementiert, in der das anwesende Live-Publikum als Akteur einbezogen ist. Die Einlagen werden aber in zahlreiche Übertragungen übernommen. Die Kiss-Cam-Einlage wird dann für die Heimzuschauer zur gaglastigen Einlage, die an die Zwischenbilder (honey shots) internationaler Sportveranstaltungen erinnert. 


Artikel zuletzt geändert am 05.10.2016


Verfasser: JvH


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