Lexikon der Filmbegriffe

Snorricam

auch: chestcam, bodymount camera, bodycam, bodymount


Der Neologismus SnorriCam wurde nach den beiden isländischen Photographen Einar Snorri und Eiður Snorri geformt, die die Arbeit mit der bodycam in zahlreichen Videoclips erprobt haben. Dabei handelt es sich um eine Kameraeinstellung, bei der die Kamera einen Schauspieler frontal filmt, sich selbst im Verhältnis zu ihm aber nicht bewegt. Dies erreicht man meist, indem man dem Schauspieler die Kamera direkt um den Bauch bindet. Ein laufender Akteur z.B. bewegt sich in dieser Einstellung nicht, vielmehr scheint seine Umgebung ihn zu umfließen. Derartige Bilder stellen meist Schwindel und Orientierungslosigkeit des Protagonisten dar (und rufen diese Gefühle auch im Betrachter hervor). Ein bekanntes frühes Beispiel ist der Paranoia-Thriller Seconds (USA 1966, John Frankenheimer), doch wurde die bodycam bereits in den 1920ern und 1930ern verwendet (wie in Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt, Deutschland 1932, Slatan Dudow) und weist auf die Strategien der entfesselten Kamera zurück. Heute genießt das Verfahren in Musik-Videoclips große Popularität. Zudem ist es auch in vielen Handy-Filmen (als Bewegtbildvariante des Selfies) verwendet worden. 


Artikel zuletzt geändert am 05.10.2016


Verfasser: JvH


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