Lexikon der Filmbegriffe

Adbusting

Kofferwort aus engl.: ad (advertisment) = Werbung, to bust = (umgangsspr.) zerschlagen, kaputt machen; öfters: adbuster = Werbeknacker, „jemand, der Werbung auffliegen lässt“


Als adbusting wird oft eine Strategie bezeichnet, die Werbung großer Marken zu kopieren und leicht zu variieren (meist unter Beibehaltung der klaren Verweisung auf Markennamen und Markendesign), um dadurch den manipulativen Charakter von Werbung greifbar zu machen. Aus dem Logo von „Starbucks Coffee“ wird dann „Sparbucks Coffee“, um auf die Steuersparmethoden des Konzerns hinzuweisen.


Adbusting ist eine heute in allen Industrienationen verbreitete Methode parodistischer oder kabarettistischer Verfremdung von Konsumwerbung, ein subversives Mittel der Konsumkritik. Es wird oft der „Kommunikationsguerilla“ zugeschlagen, so, wie es als Ausformung des culture jamming oder einer sich politisch verstehenden street art gilt. Heute rechnen auch Aktionen (wie der Buy-Nothing-Day) zu den Formen des adbusting. Ein Beispiel äußerst medienwirksamen Aktionismus war Christoph Schlingensiefs „Abschiebecontainer“-Aktion in Wien, mit dem er gegen das 1999 in Holland erprobte, seitdem in 70 Ländern reinszenierte TV-Format Big Brother (BRD: 2000-11) protestierte und gleichzeitig nicht nur die Asylpraxis Österreichs und Deutschlands anprangerte, sondern auch gegen die Ausländerpolitik der FPÖ protestierte (der Film über die Aktion: Ausländer raus! ‑ Schlingensiefs Container, Österreich 2001 [2003], Paul Poet).


Nach vielen isolierten Aktionen liegen die Anfänge der Bewegung in den 1980ern. Die Adbusters Media Foundation, eine gemeinnützige, konsumkritische Stiftung, wurde 1989 von Kalle Lasn und Bill Schmalz in Vancouver, Kanada gegründet. Die Stiftung veröffentlicht die anzeigenfreie, sich ausschließlich aus Verkauf und Spenden finanzierende Zeitschrift Adbusters: Journal of the Mental Environment (nachgewiesen ab 19, 1995, derzeitige Auflage: 120.000 [Stand: 2013]); inhaltlich stehen Auswirkungen des Konsums, Konsumstile, soziale und politische Themen zur Diskussion.


Homepage der Stiftung: www.adbusters.org


Artikel zuletzt geändert am 05.10.2016


Verfasser: HHM


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