Lexikon der Filmbegriffe

Constantin

vollständig: Constantin Filmverleih GmbH bzw. (ab 1964) Constantin Film GmbH 


Die Constantin wurde am 1.4.1950 von dem deutschen Filmkaufmann Waldfried Barthel und dem dänischen Filmkaufmann Preben Philipsen in Frankfurt gegründet (benannt nach dem Vornamen von  Philipsens Vater Constantin, der ebenfalls als Filmkaufmann tätig war). Der Firmensitz wurde 1957 nach München verlagert. 1963 übernahm der mit Waldfried Barthel nicht verwandte Manfred Barthel die Constantin‑Produktion. Am 21.12.1964 wurde das Unternehmen in Constantin Film GmbH umbenannt (und gewann Produzenten wie Horst Wendtland und Wolf C. Hartwig). Waldfried Barthel verkaufte am 1.7.1965 60% der Firma an den Bertelsmann‑Konzern. Wegen der sich abzeichnenden Kinokrise trennte sich Bertelsmann Ende 1970 von seinem Anteil. Barthel kaufte alles zurück und geriet dadurch in finanzielle Schwierigkeiten. 1975 verkaufte er zunächst 50% und 1976 den Rest an den Hagener Unternehmensverwalter Hellmuth Gierse. Dieser musste durch seinen Geschäftsführer Karl‑Heinz Böllinghaus im Oktober 1977 beim Amtsgericht in München für das Unternehmen „Constantin Film GmbH“ den Konkurs anmelden. Unter Nutzung des eingeführten Namens der Firma gründete Bernd Eichinger 1977 die Neue Constantin.


Die „alte“ Constantin verlieh in den 1950er Jahren vor allem Produktionen von United Artists sowie verschiedenste Unterhaltungsfilme deutscher Herkunft. Man bemühte sich um Zuschauerbindung (etwa durch ein Genre- und Serienprinzip, wie man es an den Edgar‑Wallace‑ und den Karl‑May‑Filmen studieren kann) und um die Aufwertung von production values (wie Farbe und Breitwandformate). Auch suchte man mit Aufklärungs- und Sexfilmen neue Zuschaugratifikationen anzubieten. Die Neue Constantin perfektionierte gerade diese Produktionsdevisen. 

Referenzen:

Neue Constantin Film


Artikel zuletzt geändert am 05.10.2016


Verfasser: HHM


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