Lexikon der Filmbegriffe

Pathé-Natan

Die Produktionsfirma Productions Natan (auch: Rapid Films) des Regisseurs und Produzenten Bernard Natan (d.i. Nuham Tannenzaft) und seiner Kompagnons Henri Diamant‑Berger und John Maxwell, eröffnete 1926 ein Ladenlokal in Paris, das zum Entwicklungslabor, zu einem Werbefilmstudio und 1927 zum Filmstudio ausgebaut wurde (Studio Natan). Die Studios In Erwartung des Übergangs vom Stumm- zum Tonfilm fusionierte die Productions Natan 1929 mit Pathé und benannten sich in Pathé‑Natan um. Von 1929 bis 1935 produzierte das neue Studio mehr als 80 Spielfilme. Natan übernahm die Leitung der Firma. Zu den Regisseuren, die für Panthé‑Natan arbeiteten, zählten unter anderem Alberto Cavalcanti (Le Capitaine Fracasse, 1928), Marcel L’Herbier (Le Parfum de la dame en noir, 1931), Paul Czinner (Der träumende Mund, 1932), und René Clair (Le dernier milliardaire, 1934); als Schauspieler wurden vor allem Jean Gabin und Renée Saint‑Cyr mit Pathé-Nathan verbunden. Über die Produktion hinaus baute die Firma ein Kinonetz auf und vertrieb als Verleihfirma u.a. die frühen Disney-Filme. Zudem erwarb das Unternehmen Anteile an einer Rundfunkstation und einige frühe Patente in der Cinemascope‑ und in der Fernsehtechnik. 1936 kam die Firma in finanzielle Schwierigkeiten (bedingt durch antisemitische Kampagnen sowie einen Konflikt mit dem Mitbesitzer Charles Pathé) – allerdings konnte sogar die Kinosparte später ihre Außenstände begleichen.


Literatur: Rossel, André: Pathé‑Natan - la véritable histoire. Périgueux: Pilote 24 2004. – Rossel‑Kirschen, André: Charles Pathé et son bouc émissaire: Bernard Natan. In: 1895, 55, 2008, S. 155-168. – Willems, Gilles: Les origines du groupe Pathé‑Natan et le modèle américain. In: Vingtième Siècle. Revue d'histoire [Numéro spécial: Cinéma, le temps de l'Histoire], April‑Juni 1995, S. 98‑106. – Meusy, Jean-Jacques: Henri Chrétien, Bernard Natan, and the Hypergonar. In: Film History 15,1, 2003, S. 11‑31.


Artikel zuletzt geändert am 05.10.2016


Verfasser: HHM


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