Lexikon der Filmbegriffe

Mormon cinema

auch: Mollywood (= Kofferwort aus Molly Mormon + Hollywood); neuerdings auch irreführenderweise:  LDS cinema (LDS = Akronym aus Latter‑Day Saints)


Die mormonische Kirche subventionierte schon in der Stummfilmzeit Filme wie One Hundred Years of Mormonism (USA 1913, Norval MacGregor) oder den 3-Rollen-Film The Life of Nephi (USA 1915, B: William A. Morton) – Filme, die die Lehre der Sekte propagierten und exemplifizierten und vor allem in den Siedlungsgebieten der Mormonen in Utah, Idaho und Arizona gezeigt wurden und oft kaum weitere Verbreitung fanden. Erst um 2000 erfolgte eine Annäherung an das Hollywood-Mainstream-Kino mit God‘s Army (USA 2000, Richard Dutcher) über eine Gruppe junger mormonischer Missionare in Los Angeles. Seitdem sind – angesichts des kommerziellen Erfolges des Films – mehrere Dutzend „LDS-Filme“ entstanden, die jedoch fast immer primär an das mormonische Publikum und außerhalb dieses Adressatenkreises kaum Aufmerksamkeit fanden.


Literatur: Astle, Randy: Mormons and Cinema. In: Mormons and Popular Culture. The global influence of an American phenomenon. Ed. by James Michael Hunter. Santa Barbara, Cal.: Praeger 2013, S. 1-44. - Astle, Randy / Burton, Gideon O.: A History of Mormon Cinema. In: BYU Studies Quarterly 46,2, 2007, S. 12-163. - Samuelson, Eric: Finding an Audience, Paying the Bills: Competing Business Models in Mormon Cinema. In: BYU Studies Quarterly 46,2, 2007, S. 209-230. 


Artikel zuletzt geändert am 30.01.2017


Verfasser: JvH


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