Lexikon der Filmbegriffe

Matinee

von frz.: matinée = Vormittag, Morgenzeit; entsprechend werden Abendveranstaltungen oft Soiree genannt


Künstlerische Veranstaltungen, die am Vor‑ oder frühen Nachmittag stattfinden, werden Matinees genannt. Dabei kann es sich um Konzerte, Vernissagen, Musik-, Theater‑ oder Filmaufführungen handeln. Matinees sind seit der Stummfilmzeit auch eine populäre Angebotsform der Kinos vor allem für ein jüngeres und ärmeres Publikum. Mit der Kinokrise der späten 1960er und 1970er wurden Matinee-Vorstellungen seltener.


Vormittägliche Kinomatinees werden heute meist am Sonntag angeboten (wenn als Veranstalter Special-Interest-Gruppen auftreten, gelegentlich verbunden mit Diskussionsveranstaltungen). Die Matinee-Programme sind in der BRD heute zugeschnitten auf ein Publikum, das den Sonn- oder Feiertag in einem öffentlichen Raum verbringen will, mit einem den Tag eröffnenden Unterhaltungs- oder Bildungserlebnis (und ist dann womöglich Teil einer ritualisierten Tageseröffnung, seit den frühen 2000ern z.B. in der Kinokultur verbunden mit einem vorausgehenden oder anschließenden Frühstück oder Brunch). Eine besondere Rolle spielen Angebote für Kinder (bzw. Eltern mit Kindern) – die Matinee ist eine Erweiterung des Zeitfensters, in dem Kinderfilme gezeigt werden können (und manchmal zugleich eine Manifestation des Kinos als Freizeit-Lernort).


Historisch ist die Matinee wohl vor allem bewusst als Kunst-Veranstaltung genutzt worden, in Verlängerung der Traditionen der Matinee als Veranstaltungsform des Kunstbetriebs (Vernissage).


Literatur: Wilmesmeier, Holger: Deutsche Avantgarde und Film: Die Filmmatinee "Der absolute Film" (3. und 10. Mai 1925). Münster [...]: Lit 1994 (Kunstgeschichte. 25.). 

Referenzen:

Matinée idol


Artikel zuletzt geändert am 30.01.2017


Verfasser: KB


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