Lexikon der Filmbegriffe

Stichomythie

von griech.: stichomythía; dt. oft auch: Zeilenrede


In der Tradition des Dramadialogs insbesondere im Versdrama spricht man von Stichomythie, wenn der Rednerwechsel sehr schnell erfolgt, jeder der Sprecher also nur eine Verszeile hat. Die Geschwindigkeit des Sprecherwechsels signalisiert die Heftigkeit der Unterredung (im Streit, im Verhör u.ä.), vielleicht auch die Aufregung der Sprechenden (und in Liebesszenen zudem ihre Unfähigkeit zur Verbalisierung des Gefühls). Differenzierungen der Stichomythie (Antilabe: eine Verszeile wird von mehreren Sprechern gesprochen; Distichomythie: Rede und Widerrede in Doppelversen; Hemistichomythie: dasselbe in Halbversen) spielt heute vor allem in der Übertragung der Redeweise auf die Dialogführung des Films keine Rolle mehr.


Artikel zuletzt geändert am 30.01.2017


Verfasser: AS


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