Lexikon der Filmbegriffe

Degeto

eigentlich: Degeto Film GmbH; Kürzel für: Deutsche Gesellschaft für Ton und Film


Die Degeto wurde 1928 als e.V. gegründet und förderte und vertrieb unter den Nazis Kultur- und Propagandafilme (unter den Firmennamen Degeto Kulturfilm GmbH [ab 1937] und Degeto Film GmbH [ab 1942]). Nach dem Krieg zunächst abgewickelt, reaktivierten das Land Nordrhein-Westfalen und der Hessische Rundfunk am 3.7.1952 die Firma; seit dem 18.11.1954 gehörte die in Frankfurt angesiedelte Degeto der Werbetochter des HR (Werbung im Rundfunk GmbH ). Sie diente fortan als gemeinsame Firma von HR und den Landesrundfunkanstalten der ARD zum Einkauf von Spielfilmen für das Fernsehen. Seit 1959 waren die Landesanstalten der ARD bzw. ihre Werbetöchter Gesellschafter der Firma, die als 100%iges Tochterunternehmen der ARD firmierte. Heute erwirbt die ARD-Degeto fiktionale Programme für das ARD-Gemeinschaftsprogramm, die Dritten Programme der Landesrundfunkanstalten (BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR), 3Sat, ARTE, die digitalen Programmangebote und die weiteren ARD-Spartenkanäle. Die Programmbeschaffung erfolgt durch Auftrags- und Koproduktionen sowie Lizenzkäufe von Spiel- bzw. Fernsehfilmen und Serien in redaktioneller Verantwortung. Daneben leistet die Degeto vertragstechnische und administrative Dienstleistungen für ARD-Gemeinschaftsproduktionen und -Beschaffungen der einzelnen Anstalten. Ihr obliegt auch die Verwaltung der Programmbestände und deren Bereitstellung für die ARD. 2015 lieferte die ARD-Degeto mit etwa 80 Mitarbeitern und einem Jahresetat von ca. 400 Millionen Euro (für Lizenzeinkäufe, Auftrags- und Gemeinschaftsproduktionen, Kofinanzierungen, Materialbeschaffung und Synchronisation) an die ARD-Programme 773.632 Sendeminuten für 10.293 Sendetermine.


Homepage: http://www.degeto.de.


Literatur: Wack, Hans Joachim: Filmeinkauf für Millionen. Die Degeto Film GmbH. In: ARD-Jahrbuch 73, 1973, S. 123-131. – Hymmen, Friedrich Wilhelm: Fremdproduktionen für den Rundfunk. In: Fernsehen und Hörfunk für die Demokratie. Ein Handbuch über den Rundfunk in d. Bundesrepublik Deutschland. Hrsg. v. Jörg Aufermann [...]. 2. Aufl. Opladen: Westdeutscher Verlag 1981S. 92-115.

Referenzen:


Artikel zuletzt geändert am 20.03.2017


Verfasser: W HHM


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