Lexikon der Filmbegriffe

prepper movie

Augenblicksbegriff der kleinen Szene der survival(ist) groups ; Ableitung von: preparation, preparedness ; manchmal äquivalent gebraucht zu: survival film ; im Dt. oft fälschlicherweise als Synonym von Endzeitfilm ausgewiesen; im Amerikanischen oft als TEOTWAWKI (= Akronym von: The end of the world as we know it ) movies markiert


Eine Teilgruppe der post-doomsday movies resp. der Endzeitfilme oder der Katastrophenfilme sind die prepper movies , die (vor allem seit den 200ern) offen oder verdeckt ein Programm des Überlebens nach dem Tag der Katastrophe (vor allem nach dem Atomschlag, manchmal auch nach großen Naturkatastrophen) progagieren. Am deutlichsten kennzeichnen pseudo-dokumentarische Filme meist US-amerikanischer Herkunft die innere Didaxe des „Vorbereitens“, die die Katastrophe als Planspiel realisieren. Das TV-Dokudrama After Armageddon (USA 2010, Stephen Kemp) erzählt vom Überlebensversuch einer Familie nach einer Epidemie, die mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung dahingerafft hat; Supervolcano (USA 2005, Tony Mitchell) handelt von den minimalen Überlebensmöglichkeiten nach dem Ausbruch des Yellowstone-Vulkans; Day After Disaster (USA 2009, Emre Sahin) ist ein Dokudrama über die Explosion einer Atombombe über dem Gebiet von Washington, D.C. Andere Filme spielen in der Form von Gedankenexperimenten das Ende des Öls, die Schäden eines Sonnensturms oder die Vereisung des Planeten durch.  Die Nähe zu den paranoiden Welt-Konstrukten des fiktionalen Endzeitfilms ist allenthalben spürbar (bis hin zu Filmen wie When Aliens Attack, USA 2011, Bill McClane), der von den  Möglichkeiten erzählt, die die menschlichen Gesellschaften vor dem Angriff Außerirdischer schützen können. Unter den fiktionalen Prepper-Filmen sind diejenigen am interessantesten, die mögliche Zukunftsentwicklungen als Planspiele ausweisen. Eigens erwähnt sei die dunkle SF-Satire After the Dark (USA 2013, John Huddles), der ein Philosophen-Experiment vom Überleben von zehn Menschen in drei Durchgängen nacherzählt, die sich nach einem Atomschlag in einen Bunker gerettet haben; die erste Anordnung misslingt, weil derjenige, der den Schüssel zum Bunker hat, nicht mit in den Bunker genommen wurde; die zweite, weil die Tür zum Bunker zu früh geöffnet wird und die Insassen tödlich verstrahlt werden (weil sich die Eingesperrten weigerten, miteinander zu schlafen, um den Fortbestand  der menschlichen Population zu sichern); und die dritte, weil die Bunkerbewohner nach einem exzessiven Leben den Freitod wählen, um nicht zu verhungern. 


Artikel zuletzt geändert am 20.03.2017


Verfasser: HJW


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