Lexikon der Filmbegriffe

Althoff‑Amboss‑Film

Abk: AAFA Film, Aafa Film


Die Althoff‑Amboss‑Film AG (AAFA Film) war eine deutsche Filmproduktionsgesellschaft aus den 1920er Jahren. Die Gesellschaft beschäftigte sich mit der Herstellung und Fabrikation von belichteten Filmen, dem Vertrieb im In‑ und Ausland sowie dem Betreiben von Lichtspielhäusern. Vorgänger der AAFA AG war die am 2.6.1920 gegründete Firma Radio‑Film AG. Bereits am 10.7.1920 erfolgte die erste Börsennotierung. Im Laufe des Jahres 1921 kam es unter der Leitung von Gabriel Levy zu einer starken Expansion. Die Radio‑Film‑AG übernahm zunächst die Firmen von Gustav Althoff in Berlin, Hamburg, Dortmund, Köln, Frankfurt a.M., München, Breslau und Danzig. Später kamen noch die Ambos‑Film‑Export Dworsky & Levy KG und die Firma Amboss‑Film GmbH hinzu. Aufgrund dieser Übernahmen vollzog die Radio‑Film AG nur ein Jahr nach Ihrer Gründung eine Umfirmierung und ging am 20.3.1921 unter dem neuen Namen Aafa – Althoff‑Amboss‑Film AG erneut an die Börse. Gemäß einer Börsennotiz erschien die Aktie im Freiverkehr an der Börse in Hannover.


In der Stummfilm‑Ära produzierte die Firma produzierte eine ganze Reihe von Filmen (neben Kultur- und Reisefilmen auch Spielfilme wie Wilhelm Tell, 1923, Rudolf Walther‑Fein, Rudolf Dworsky [die beiden bildeten das feste Produktionsteam der Aafa], Der lachende Ehemann, 1926, Rudolf Walther‑Fein, oder Das närrische Glück, 1929, Johannes Guter). Zu den Regisseuren der Aafa gehörte auch Arnold Fanck, der u.a. Stürme über dem Montblanc (1930) und Der weiße Rausch. Neue Wunder des Schneeschuhs (1930/31) mit Leni Riefenstahl für die Firma inszenierte. Obwohl sogar Stars wie die Operettensängerin Martha Eggert für die Aafa arbeiteten (u.a. Das Blaue vom Himmel, 1932, und Es war einmal ein Walzer, 1932, beide von Victor Janson), ging die Firma 1934 im Zuge der Arisierungsmaßnahmen in einen erzwungenen Konkurs, nachdem Levy seinen Posten auf Druck der Nationalsozialisten aufgegeben hatte. Gelegentlich wird fälschlicherweise behauptet, die Firma habe die Umstellung vom Stumm- auf den Tonfilm nicht leisten können. 


Artikel zuletzt geändert am 13.06.2017


Verfasser: HHM


Zurück