Lexikon der Filmbegriffe

Dacho

eigentlich: Dachorganisation der Filmschaffenden Deutschlands (Dacho)


Die Dacho wurde am 16.5.1928 in Berlin gegründet. An ihrer Entstehung waren die deutschen Berufsverbände der Autoren, Regisseure, Kameraleute, Architekten, Darsteller und Musikautoren beteiligt. Die einschlägigen Bestrebungen gingen bis zum Jahre 1926 zurück. Einen wesentlichen Anteil an der Gründungs‑Initiative und der Aufbau‑Arbeit der Dacho hatte der früh verstorbene erste Vorsitzende Lupu Pick, der auch der erste Vorsitzende des Verbandes wurde. Nach seinem Tod 1931 wurde der Regisseur Georg Wilhelm Pabst sein Nachfolger, bevor auf der Hauptversammlung am 9.5.1932 dann der Regisseur Carl Froelich zum neuen Präsidenten gewählt wurde. 1932 hatte die Dacho über 1.200 Mitglieder. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten und der Gleichschaltung der Filmverbände wurde die Dacho im Mai 1933 aufgelöst. Carl Froelich, seit 1933 Mitglied der NSDAP, wurde 1939 Präsident der Reichsfilmkammer.


Wie zuvor bei der SPIO, gab es nach dem Zweiten Weltkrieg 1951 den Versuch einer Neugründung der Dacho (als: Dachorganisation der Filmschaffenden in Deutschland e.V.), an der zehn (kurz danach fünfzehn) Berufsverbände beteiligt waren. Im Zuge der Gewerkschaftsgründungen in der neuen BRD ging die Dacho in der Deutschen Film‑Union und schließlich in der Rundfunk‑Fernseh‑Film‑Union (RFFU) auf. 1995 schlossen sich zwölf der lose kooperierenden Berufsverbände zur Arbeitsgemeinschaft Die Filmschaffenden zusammen. Nach zehn Jahren loser Kooperation haben die Berufsverbände der Arbeitsgemeinschaft Die Filmschaffenden den rechtsfähigen Dachverband Die Filmschaffenden – Bundesvereinigung der Filmschaffenden‑Verbände e.V. ins Leben gerufen. Die offizielle Bezeichnung ist seit Februar 2016 Die Filmschaffenden e.V ‑ Vereinigung der Berufsverbände Film und Fernsehen.


In der DDR wurde 1967 der Verband der Film‑ und Fernsehschaffenden der DDR gegründet mit dem offiziell propagierten Ziel, die Selbstverständigung seiner Mitglieder zu ideologisch‑schöpferischen Problemen des sozialistischen Film‑ und Fernsehschaffens zu fördern.


Literatur: Wolffsohn, Karl (Hrsg.): Jahrbuch der Filmindustrie. 5. Berlin: Verlag der „Lichtbildbühne“ 1933 (darin eine Selbstdarstellung). – Organisationen der Filmschaffenden. In: Georg Roeber, Gerhard Jacoby: Handbuch der filmwirtschaftlichen Medienbereiche. Die wirtschaftlichen Erscheinungsformen des Films auf den Gebieten der Unterhaltung, der Werbung, der Bildung und des Fernsehens. Pullach: Verlag Dokumentation Saur 1973.

Referenzen:

Spio


Artikel zuletzt geändert am 13.06.2017


Verfasser: W HHM


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