Lexikon der Filmbegriffe

Filmaktion

Filmaktion war die Selbstbezeichnung einer lose miteinander verbundenen Gruppe experimenteller englischer Filmemacher (zu ihnen gehörten Gill Eatherley, Malcolm Le Grice, Annabel Nicolson und William Raban), die in den frühen 1970ern auf die Suche nach einer aktiven und partizipatorischen Erfahrung des Kinos gingen und vor allem die Möglichkeiten der Projektion als Ausgangspunkt für Live-Events auszuloten suchten. Gerade auf Grund des aktivistischen Grundzugs des Programms der Gruppe wichen die Künstler konventionellen Kinos aus, bevorzugten dagegen andere öffentliche Räume wie Galerien oder Kaufhäuser (nach eigenem Bekunden: public immersive environments). Bekannt wurden die Performances und Multimedia-Shows, die Le Grice, Nicolson, Raban und andere u.a. im März 1973 im Londoner Gallery House oder auf dem Festival of Independent Avant-Garde Filmveranstalteten (1973) aufführten.


Literatur: Rees, A.L.: Projecting Back. UK Film and Video Installation in the 1970s. In: Millennium Film Journal, Winter 2010, S. 56‑71. – Ihlein, Lucas Michael / Louise Curham: Reaching Through to the Object: Reenacting Malcolm Le Grice’s Horror Film 1. In: Performance Matters 1,1‑2, 2015, S. 24‑40. – Welsby, Chris: Expanded Cinema: Notes on Twentieth‑Century Encounters with Art, Science and Technology. In: The Moving Image Review & Art Journal 5,1‑2, 2016, S. 88‑107.


Artikel zuletzt geändert am 13.06.2017


Verfasser: AS


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