Lexikon der Filmbegriffe

Videomalaise

von frz.: malaise = Widrigkeit, ungünstiger Umstand, Misere


Die These der Videomalaise (oft als eine Form der allgemeineren Mediamalaise angesehen) behauptet, dass das Fernsehen zu einer Entfremdung von der Politik führen würde. Negative Darstellung von Politik im Fernsehen würde demnach zu dem Gefühl führen, keinen Einfluss auf die Politik nehmen zu können. Empirisch ließ sich allerdings nur ein Einfluss zwischen politischem Interesse und extensiver Nutzung von TV-Unterhaltungsprogrammen nachweisen (weshalb gelegentlich von „Unterhaltungsmalaise“ gesprochen wurde). Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Grobheit und verbale Aggressivität in der politischen Auseinandersetzung zwar das Interesse an politischen Themen verstärkt, das Vertrauen in die Akteure der Politik aber herabsetzt.


Literatur: Robinson, Michael J.: Public Affairs Televisions and the Growth of Political Malaise: The Case of „The Selling of the Pentagon”. In: The American Political Science Review 70, 1976, S. 409‑432. – Holtz‑Bacha, Christina: Videomalaise revisited. Media exposure and political alienation in West Germany. In: European Journal of Communication 5,1, 1990, S. 73‑87. – Mutz, Diana C. / Reeves, Byron: The New Videomalaise. Effects of Televised Incivility on Political Trust. In: The American Political Science Review 99,1, Febr. 2005, S. 1-15. 


Artikel zuletzt geändert am 13.06.2017


Verfasser: HHM


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