Lexikon der Filmbegriffe

Pulfrich-Effekt

auch: Pulfrichsches Phänomen

Der Pulfrich-Effekt ist eine optische Täuschung, die einen Tiefeneindruck suggeriert, der durch die relative Helligkeit von Gegenständen verursacht wird. Er wurde 1922 von dem deutschen Physiker Carl Pulfrich (1858-1927) beschrieben, der Mitarbeiter der optischen Werkstätte Carl Zeiss in Jena war; er begründete die Stereophotogrammetrie und entwickelte zahlreiche Messinstrumente. Eine Marke, die in einer Ebene pendelt, schwingt bei binokularer Betrachtung nur bei gleicher Beleuchtung ebenflächig. Stellt man eine Differenz der Beleuchtung für die beiden Augen her - etwa durch ein verdunkelndes oder farbiges Glas vor einem von ihnen -, entsteht der Eindruck einer scheinbar kreisenden oder elliptischen Bewegung. Je nach abgedunkeltem Auge dreht sich das Pendel scheinbar links- oder rechtsherum. Der Effekt basiert auf der Eigenschaft des menschlichen Sehvermögens, hellere Gegenstände schneller als dunklere wahrzunehmen. Vereinfacht gesprochen: Wird ein Auge mit einem Filter etwas abgedunkelt, so sieht es eine Szene zeitlich später als das andere Auge.

Literatur: Pulfrich, Carl: Die Stereoskopie im Dienste der Photometrie und Pyrometrie. Berlin: Julius Springer 1923.

Referenzen:

Nuoptix-Verfahren


Artikel zuletzt geändert am 27.07.2011


Verfasser: JH


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