Lexikon der Filmbegriffe

Brainploitation

auch: Brainsploitation, mind manipulation movie; dt. neuerdings manchmal: Neurothriller


Nicht erst seit den Entwicklungen der Künstlichen-Intelligenz-Forschung und der Versuche der Neurologie, kybernetisch in Körperprozesse einzugreifen, gibt es eine ganze Reihe von Filmen, die von Maschinen handeln, die in die Gehirne von Figuren eindringen können und sie mit Träumen, Ängsten und ähnlichem infiltrieren können, die Gedächtnisse blockieren oder überschreiben, Gedanken stehlen oder sogar das ganze Bewusstsein durch ein neues ersetzen können. Manchmal in Ableitung der Frankenstein-Phantasien der Synthetisierbarkeit des menschlichen Körpers (wie in The Brain That Wouldn't Die, USA 1962, Joseph Green) oder der Motive der Gehirnwäsche (wie sie noch in The Bourne Identity, USA 2002, Doug Limen anklingen), manchmal mit Fantasy-Phantasien von Telekinese und Unsterblichkeit (wie in The Medusa Touch, Großbritannien 1978, Jack Gold) oder mit Entwürfen von künstlichem Bewusstsein oder Gedächtnis (wie in Total Recall, USA 1990, Paul Verhoeven), die seit den 1990ern des öfteren mit Beschädigungen des Subjekts (bis zum Realitäts- und Identitätsverlust) zusammengebracht werden (man denke an die Phantasien kollektiven Träumens wie in Inception, USA/Großbritannien 2010, Christopher Nolan, oder an die partielle Löschung individuellen Gedächtnisses in Johnny Mnemonic, Kanada/USA 1995, Robert Longo). Erinnert sei aber auch an Eternal Sunshine of the Spotless Mind (USA 2004, Michel Gondry) über die Gegenwehr eines einzelnen gegen die Löschung seines Gedächtnisses.


Literatur: Haufen, Graf: Trash Can: Brainploitation of the 50’s and 60’s. In: Splatting Image, 11, Sept. 1992, S. 37‑41. – Wood, Robert E.: Remembering the body: ideological ambivalence in Total Recall. In: Studies in the Humanities 24,1/2, 1997, S. 33‑42. 


Artikel zuletzt geändert am 27.08.2017


Verfasser: KB


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