Lexikon der Filmbegriffe

Feiertagsverbot

Die sogenannten Stillen Feiertage (auch: Stille Tage) genießen den besonderen Schutz durch die Feiertagsgesetze der deutschen Bundesländer (auch wenn nicht alle die gleichen Tage unter Schutz stellen). Die im jeweiligen Feiertagsgesetz geregelten Einschränkungen verbieten beispielsweise Unterhaltungsveranstaltungen, den Schankbetrieb oder der Unterhaltung dienende musikalische Darbietungen und auch die Vorführung gewisser Filme. In der BRD entscheiden die Prüfgremien der FSK seit 1952, ob ein Film an den stillen Feiertagen vorgeführt werden darf (und erteilt die sogenannte Feiertagsfreigabe). Filme, die dem Charakter dieser Feiertage (in NRW etwa Karfreitag, Allerheiligen, Totensonntag und Volkstrauertag) so sehr widersprechen, dass eine Verletzung des religiösen und sittlichen Empfindens zu befürchten ist, erhalten keine Freigabe. Heute (Stand: 2017) spielt das Aufführungsverbot keine nennenswerte Rolle mehr (99% Freigabe); in den 1950ern und 1960ern aber wurden für mehr als 60% aller Filme die Aufführung an Stillen Tagen untersagt, in den 1970ern 50%, in den 1980ern 30%; unter den Verbotsfilmen waren auch Filme wie Die Feuerzangenbowle (1954) oder Piratensender Powerplay (1982).

Referenzen:

Feiertagsfreigabe


Artikel zuletzt geändert am 27.08.2017


Verfasser: HHM


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