Lexikon der Filmbegriffe

Besetzung

engl.: cast

Alle Akteure, die in einem Film auftreten, nennt man „Besetzung“. Eine Reihe der Rollen werden namentlich im Vor- oder Nachspann genannt (in den credits), eine ganze Reihe von Statisten bleibt aber ungenannt.

– Es gibt monumentale Filme, in denen Tausende von Akteuren mitspielten (zu ihnen gehören Metropolis, 1926, Fritz Lang; The Ten Commandments, USA 1956, Cecil B. DeMille; Voyna i mir, UdSSR 1968, Sergei Bondarchuk; Gandhi, Großbritannien 1982, Richard Attenborough), in Fred Niblos Ben Hur (USA 1927) haben angeblich 125.000 Statisten mitgewirkt; dagegen gibt es minimalistisch besetzte Filme, in denen es nur wenige Akteure (in Kammerspielen) oder gar nur einen einzigen gibt – in Politiker-Darstellungen (wie in Give 'em Hell, Harry!, USA 1975, Steve Binder, Peter H. Hunt, über Harry S. Truman; Secret Honor, USA 1984, Robert Altman, über Richard Nixon), in Dichter-Porträts (wie Brontë, USA 1983, Delbert Mann), in surrealistisch anmutenden Abschieds-Vorstellungen (wie in der Beckett-Adaptation Das letzte Band, BRD 1969, mit Martin Held, oder der Cocteau-Verfilmung Die Geliebte Stimme, BRD 1960, Franz Josef Wild, mit Hildegard Knef), in apokaplyptischen Szenarien mit dem letzten Überlebenden (wie Le Dernier Combat, Frankreich 1983, Luc Besson).
– Manchmal werden Besetzungen nur höchst selektiv – dann sind sie aber immer signifikativ! – vorgenommen. Es gibt Filme, die ausschließlich von Kindern (wie Bugsy Malone, USA 1976, Alan Parker), Frauen, Schwarzen, Homosexuellen, Behinderten usw. gespielt werden.

Literatur: Burge, James C.: Lines of business. Casting practice and policy in the American theatre, 1752-1899. New York [...]: Lang 1986. – Friedman, Ginger Howard: Casting directors’ secrets. Inside tips for successful auditions. Updated and expanded ed. Pompton Plains, NJ: Limelight Eds. 2004. – Thiele, Tina: Casting. Konstanz: UVK 2005.

Referenzen:

All-Star-Picture

Cameo-Auftritt

Cameo: Typologie

Fehlbesetzung

non-traditional casting

Portfolio

Typage

Typecasting


Artikel zuletzt geändert am 22.03.2012


Verfasser: HJW


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