Lexikon der Filmbegriffe

rabbitsploitation

Bei der im Juni 1979 im indonesischen Yoyakarta einberufenen Fachtagung über „Adaptive Narrationskaskaden“ wurde von anwesenden Filmwissenschaftlern der Vorschlag gemacht, in Anlehnung an den sich scheinbar etablierenden angelsächsischen Ausdruck "ratsploitation" den Terminus rabbitsploitation anzuwenden auf Filme, die – etwa in der Tradition der Alice‑in‑Wonderland‑Geschichten, aber auch der diversen Figuren aus Fabeln – Kaninchen und Hasen als Protagonisten im übergeordneten Horrorgenre visualisieren würden, in Erwartung weiterer Kunstfiguren des animal horrors. Hintergrund waren Filme wie Night of the Lepus (USA 1972, William F. Claxton), das bekannte „Killerkaninchen“ aus Monty Python and the Holy Grail (Großbritannien 1975, Terry Gilliam, Terry Jones) oder der etwas später erschienene deutsche Kurzfilm Angriff der Killerhasen (BRD 1982, Joachim Stolze). Das terminologische Ansinnen wurde nach Intervention der belgischen Privatgelehrten und passionierten Tierschützerin Peta Carol de Lafontaine als „nun doch allzu aberrant“ abgelehnt. Auch der von den anwesenden Vertretern des österreichisch‑japanischen Forschungsvorhabens „Isoppu Now!“ vorgebrachte terminologische Alternativvorschlag, von Haresy zu sprechen, fand letztlich keine Zustimmung. Beide Vorschläge wurden – problematischerweise – aus den Tagungsprotokollen entfernt, fanden sich aber vereinzelt seit Mitte der 1990er in Fan-Kritiken. 


Artikel zuletzt geändert am 27.08.2017


Verfasser: AS


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