Lexikon der Filmbegriffe

Momcom

nach dem gleichen Wortbildungsmuster wie romcom (= romantic comedy) aus: mom (= amerik., für Mutter [verniedlichend]) + comedy


Seit den frühen 2000ern in der Kritik eher ironisch verwendete Bezeichnung für romantische Komödien mit Frauenfiguren im Alter jenseits der 30, oft jenseits der 40, die selbst schon – manchmal sogar erwachsene! – Kinder haben. Die Gattung bildete sich um 2000 herum aus und wird oft als Frauenkomödie der postfeministischen Phase angesehen. Die Figuren sind selbständig, sie leben von kreativer Arbeit, meist als Singles. Sie sind sich der eigenen Körperlichkeit, Attraktivität und Sexualität bewusst, haben ein ironisches Verhältnis zu sich selbst wie vor allem zu den Beziehungen, die sie suchen und finden; oft löst Schwangerschaft in diesen Filmen eine Identitäts- und Beziehungskrise aus. Es sind Filme wie Bridget Jones's Diary (2001, Sharon Maguire, mit mehreren Sequels), Life as We Know It (2010, Greg Berlanti ) oder Serien wie Sex and the City (1998-2004), die den neuen Figurentypus populär machten. Obwohl die Filme oberflächlich andere Lebensformen (wie Wohngemeinschaften, Lebensgemeinschaften mit mehreren, queere Beziehungsgefüge etc.) auszuprobieren scheinen, enden sie fast immer mit dem traditionallen Happy-End des sich final findenden Paares, also zur Rückkehr zu traditionellen Mustern familiären Zusammenlebens. Zu den neueren Produktionen gehören Filme wie Bad Moms (2016, Jon Lucas, Scott Moore) oder Serien wie Divorce (2016ff) über eine Heldin, die zehn Jahre nach einem inzwischen missglückten Happy-End nach neuer Liebe sucht.


Literatur: Oliver, Kelly: Knock me up, knock me down. Images of pregnancy in Hollywood films. New York [...]: Columbia University Press 2012, S. 56-80. 


Artikel zuletzt geändert am 25.10.2017


Verfasser: CA


Zurück