Lexikon der Filmbegriffe

Musej Kino

russ., = Kinomuseum


Das russische Filmmuseum mit Sitz in Moskau hat eine lange Vorgeschichte. Schon in den 1910ern schlug eine Reihe von Filmschaffenden vor, die Werke der Kinematographie aufzubewahren. Ende der 1920er Jahre wurde das Museum im Rahmen der Staatlichen Akademie der künstlerischen Wissenschaften errichtet. Aber im Jahre 1932 wurde die Staatliche Akademie der künstlerischen Wissenschaften abgeschafft, und die vom Grigory Boltyansky gesammelten, äußerst wertvollen Materialien (erste Filmkameras, Drehbücher, Skizzen, Plakate) wurden in Teilen zur Aufbewahrung an verschiedene Archive übergegeben, gingen allerdings teilweise verloren. 1947 wurde auf Ersuchen von Sergej Eisenstein ein Bereich „Filmgeschichte“ im Institut der Kunstgeschichte der Akademie der Wissenschaften der UdSSR und im Jahre 1948 ein Filmarchiv (Gosfilmofond) errichtet, aber die Errichtung eines Filmmuseums wurde auf unbestimmte Zukunft verschoben. In den 1960ern organisierte der Verbandsvorstand der Filmschaffenden der UdSSR eine Museumskommission unter Leitung der Regisseure Leonid Trauberg und Sergej Jutkevitsch. Der Verband begann mit dem Bau des Filmzentrums im Moskauer Bezirk Presnya. Das Bauvorhaben zog sich über Jahre hin. Im Jahre 1984 nahm gemäß einer Entscheidung des Verbands der Filmschaffenden in seiner Struktureinheit – Allsowjetisches Büro der Filmkunstpropaganda – 1988 die Museumsabteilung ihre Arbeit auf, die im März 1989 zum Zentralen Filmmuseum reorganisiert wurde. Im fertiggestellten Gebäude auf der Presnya befanden sich die Fondsarchive, Ausstellungssäle und das Kinosaal‑System, wo nach musealen Prinzipien Filme der heimischen und internationalen Kinematographie gezeigt wurden. 1992 bekam das Museum den Status einer selbständigen gemeinnützigen kulturell aufklärenden Organisation (Gründer: Staatliches Komitee für Kinematographie der Russischen Föderation, Konföderation der Verbände der Filmschaffenden, Verband der Filmschaffenden Russland und das Kulturministerium Russland, später auch: Sovexportfilm). Seit 2001 ist es eine staatliche Organisation. Nach einer Krise (2004-05), als das Museum über verschiedene Orte in der Stadt verstreut war, kam es erst 2014 bzw. 2015 zu einer Neuordnung, die das Museum im WDNCh‑Pavillon Nr. 36 (im Allrussischen Ausstellungszentrum) unterbrachte – hier stehen drei Kinosäle zur Verfügung, Bereiche für Dauerausstellungen und thematische Ausstellungen sowie Hörsäle für Vorträge.


Homepage: http://www.museikino.ru/de/


Artikel zuletzt geändert am 25.10.2017


Verfasser: HHM


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