Lexikon der Filmbegriffe

scholar‑fan

manchmal auch: fan-scholar; auch: acafan (= academic who identifies as a fan)


Wohl von Matt Hills vorgeschlagene Bezeichnung für die in manchen akademischen Studien einander überlagernden Schichten von wissenschaftlicher Fragestellung und vortheoretischen (Fan-)Annahmen, vor allem unkontrolliertem affektivem Engagement: Wissenschaftler, die gleichzeitig eine unreflektierte Fan-Beziehung zum Gegenstand haben, setzen sich der Gefahr der Verzerrung der ganzen Untersuchung aus, weil sie sich immer zur eigenen Beziehung zum Gegenstand verhalten müssen, die geforderte epistemische Distanz zur Untersuchung – oft unbewusst – unterlaufen. Die Gefahr derartiger Mischungen von Voreinstellungen spielt insbesondere bei der Untersuchung populärkultureller Gegenstände eine Rolle.


Literatur: Hills, Matt: Fan Cultures. London/New York: Routledge 2002. - Hills, Matt: “Proper distance” in the Ethical Positioning of Scholar‑Fandoms: Between Academics’ and Fans’ Moral Economies? In: Fan Culture: Theory/Practice. Ed. by Katherine Larsen & Lynn Zubernis. Newcastle upon Tyne: Cambridge Scholars Publishing 2012, S. 14-37. – Phillips, Tom: Embracing the “Overly Confessional”. Scholar-Fandom and Approaches to Personal Research. In: Flow TV 13,5, 2010, online.


Artikel zuletzt geändert am 25.10.2017


Verfasser: HJW


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