Lexikon der Filmbegriffe

subjektindizierende Aufnahme

In Krimi-, Kriegs-, Spionage- und anderen Actionfilmen verbreiteter Typus einer Bildkomposition, die in umfassenderen Handlungssequenzen darauf hindeutet, dass das Geschehen nicht nur geschieht, sondern auch – von einem meist unbekannten – weiteren Beteiligten gesehen wird. Dies geschieht mittels der Wahl von Anschnitten oder von Hinweisen auf den Kamerastandort, die den ungetrübten Blick auf das Geschehen behindern (als sei die beobachtende Figur vor den Handelnden versteckt). Die Technik spielt in der Spannungskonstruktion eine manchmal gewichtige Rolle, weil sie auf Beteiligte hinweist, die in der Figurenkonstellation noch gar nicht (oder nur formal) aufgetreten sind – etwa als Attentäter, die erst in einer der nächsten Sequenzen auch manifest auftreten werden, die als Informationsgeber fungieren o.ä. Für den Zuschauer sind derartige Aufnahmen Instruktionen zur Interpretation der Szenen, den nur formal angezeigten Akteur in die Handlungsentwürfe einzubeziehen. Manchmal kann die Subjektindikation explizit gemacht werden (etwa durch einen Blick durch den Kamerasucher oder das Klicken einer Kamera plus Einfrieren des Bildes). Ein bekanntes Beispiel ist Platoon (USA 1986, Oliver Stone), der von unzähligen Subjektindizierenden durchzogen ist, ohne dass man den vietnamesischen Beobachter-Feind je zu Gesicht bekäme. 


Artikel zuletzt geändert am 25.10.2017


Verfasser: AS


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