Lexikon der Filmbegriffe

Kuchenfilmer

Vor allem an der Berliner Filmhochschule dffb kam es in der zweiten Hälfte der 1960er zu einer Spaltung der Studentenschaft – viele wollten politische Arbeit leisten und Kameras und Medien zur Aufklärung und zur Agitation einsetzen: Sie bezeichneten diejenigen, die den Film als narratives Ausdrucksmedium ansahen (unter ihnen Regisseure wie Wolfgang Petersen oder Eckhard Schmid), spöttisch als „Kuchenfilmer“, weil sie nur süße Kuchen im Kopf hätten, während auf den Straßen gekämpft werde – eine Metapher, deren Naivität bis heute erstaunt. Die Bezeichnung breitete sich aber auch an anderen Zentren der Filmproduktion wie in der Hamburger Filmemacher Cooperative aus. Heute taucht sie nur noch in den Legenden über die Geschichte der dffb oder der BRD-Filmszene der Spätsechziger auf. 


Artikel zuletzt geändert am 05.04.2018


Verfasser: HJW


Zurück