Lexikon der Filmbegriffe

Quodlibet

von lat.: quodlibet = wie es beliebt


Ein Quodlibet ist ein Musikstück, in dem Melodien kombiniert werden, die ursprünglich nichts miteinander zu tun haben. Im Gegensatz zu Potpourri und Medley liegt dabei der Schwerpunkt ursprünglich auf dem gleichzeitigen Erklingen; aus diesem Grunde sind Aspekte der Polyphonie und des Kontrapunkts betroffen. Es wurde in der Alt‑Wiener Volkskomödie als szenische Liedform eingesetzt, bei der klassische Musikelemente mit einfachen, oft banalen Melodien kontrastiert und vermischt werden (etwa in den Stücken Johann Nestroys als szenische Liedfolge adaptiert). Die Form wurde gelegentlich auch im Film verwendet; ein berühmtes Beispiel ist die Mélange von „Die Wacht am Rhein“ und des Anfangs der Marseillaise in Casablance (USA 1942, Michael Curtiz); erwähnt sei aber auch The Mission (Großbritannien 1986, Roland Joffé) mit der Musik von Ennio Morricone, die in einer Motette „Conspectus tuus“ mündet, in der die drei Kernmusiken des Stücks gleichzeitig erklingen. 


Artikel zuletzt geändert am 05.04.2018


Verfasser: JvH


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