Lexikon der Filmbegriffe

Hardcore

Als Hardcore wird seit den 1960er Jahren üblicherweise die expliziteste Form der visuellen Darstellung menschlicher Sexualität bezeichnet. Auf Film bezogen werden dabei die zensurbestimmten und somit wandelbaren Grenzen, in denen sich Sexfilm und ‚erotische‘ Pornographie bewegen, insoweit überschritten, als erigierte Geschlechtsteile präsentiert und der Vollzug des Sexualakts nicht nur angedeutet, sondern tatsächlich vollzogen und von der Kamera aufgenommen wird. Dabei können alle denkbaren Varianten hetero-, homo- und bisexuellen Verkehrs ebenso gezeigt werden wie – frei nach Krafft-Ebings Psychopathia sexualis – die eigentlichen ‚Perversionen‘ von einfachen fetischistischen Betätigungen bis zu extremem Sado-Masochismus. Zudem gehört zu den Konventionen eines Hardcore-Pornofilms, dass der Mann außerhalb der Körperöffnungen seiner Partnerin oder seines Partners ejakuliert (come shot oder money shot).
Die Grenze zwischen Hardcore-Produktionen und ‚normalen‘ pornografischen Filmen ist fließend und verschiebbar; sie unterliegt in starkem Maße den herrschenden moralischen Ansichten in einzelnen Kulturen und vor allem dem geltenden Recht der Einzelstaaten. Während Filme pädophilen Inhalts inzwischen weitgehend weltweit geächtet sind (was aber ihre Herstellung und Verbreitung noch lange nicht unterbindet), gilt dies etwa für Sodomie (Sex mit Tieren) nicht.
Die zunehmende Verbreitung schneller Internetverbindungen und der dadurch ermöglichte erheblich erleichterte und weitgehend anonyme Bezug von Video-on-Demand (VOD) hat wie seinerzeit die Videokassette Verbreitung und Konsum von Hardcore-Pornofilmen einen erheblichen Schub gegeben.
Hardcore-Darsteller/innen sind heutzutage mit (‚Künstler-‘)Namen bekannte Personen, die ihre sexuellen Begabungen wie Leistungssportler ausstellen und z.T. Kultstatus genießen.

Literatur: Williams, Linda: Hard core: power, pleasure, and the „frenzy of the visible“. 2. Aufl. Berkeley/Los Angeles/London: University of California Press 1999, S. 92-119.

Referenzen:

cum shot

money shot


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: LK


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