Lexikon der Filmbegriffe

Le-Blay-Kamera

Die Brüder Paul Ange Marie und Gaston Le Blay aus Brest gründeten 1923 ihre Firma Etablissements Le Blay für Präzisionsmechanik. 1925 (Namenschutz: 1926) stellten sie einen ersten Kinematographen unter dem Namen „Ol'Ywood“ vor. Eine zweite Kamera (oft „Bidru“ genannt) folgte anfangs der 1930er, die von Kameramännern wie René Guissard oder Walter Frentz verwendet wurde. Mit dem Krieg verloren die LeBlay-Kameras ihre Bedeutung. Gaston Le Blay wechselte zum Kamerahersteller Ercsam, während Paul weiter experimentierte (allerdings ohne jeden Markterfolg).


Die Bidru war eine federwerksbetriebene 35mm-Kamera, die 30m-Innenkassetten aufnehmen konnte. Sie wurde vor allem als Reportage-Kamera eingesetzt, nicht nur wegen ihrer Kompaktheit und des geringen Gewichts, sondern vor allem, weil sie mit den beiden Objektiven des Revolverkopfs (1:2/50mm, 1:2/25mm; außerdem konnte ein Teleobjektiv 1:2,3/100mm verwendet werden) als besonders lichtstark galt. 1943 nutzte Jacques‑Yves Cousteau die Kamera für seinen Film Épaves (1946). 


Artikel zuletzt geändert am 24.04.2018


Verfasser: JH


Zurück