Lexikon der Filmbegriffe

Swahiliwood

Kofferwort aus: Hollywood + Swahili (= Suaheli), die in Tansania meistgesprochene Sprache; auch verbreitet: Darwood, bongo films , Bongowood


Die Filmindustrie Tansanias wird oft als Swahiliwood bezeichnet. Sie entstand erst in den Jahren nach 2000 – allerdings entstanden vorher eine ganze Reihe ausländischer Produktionen im Land (von Carl Peters , 1941, über African Queen , 1951, bis zu Hatari! , 1962). Die meisten Firmen der nationalen Produktion sind in Daressalam ansässig (deshalb wird auch die scherzhafte Bezeichnung Darwood verwendet). Die minimal budgetierten Filme Swahiliwoods, die auf der Grundlage nur skizzierter Drehbücher meist mit Camcordern aufgezeichnet werden, werden oft scherzhaft als bongo films bezeichnet; verbreitet werden sie auf DVDs, zunehmend über TV-Kanäle und über das Internet; heute (Stand: 2012) werden ca. 300 Filme pro Jahr fertiggestellt. Nur äußerst wenige finden den Weg in die lokalen Kinos. Internationale Beachtung fand bereits 2001 Maangamizi: The Ancient One (2001, Martin Mhando, Ron Mulvihill) über eine alte Frau, die besessen zu sein scheint, tatsächlich eine schmerzerfüllte Mittlerin zwischen Afrika und seiner amerikanischen Abkommen in der Dispora ist; der Film wurde für den Auslandsoscar nominiert. International erfolgreich war auch der Film Bongoland (2003, Josiah Kibira) der amerikanisch-amerikanischen Produktion Kibira Films, der von einem illegalen Immigranten erzählt, der mit den Realitäten der USA konfrontiert wird (Sequel: Bongoland II: There Is No Place Like Home , 2008, Josiah Kibira, über die Rückkehr des helden). Ein zentrales Thema der tansanianischen Filme war (die Aufklärung über) AIDS, sei es der dokumentarischen Filme, sei es, in fiktionaler Einkleidung.


Homepage: http://www.swahiliwood.com/. Vgl. die Homepage der Stiftung Media for Development International (http://mfditanzania.com/short-films/), die eine eigene Förderung der tansanianischen Filme betreibt.


Literatur: Smyth, Rosaleen: The Feature Film in Tanzania. In: African Affairs 88,352, July 1989, S. 389-396. – Krings, Matthias: Turning rice into pilau: The art of video narration in Tanzania. In: Intermédialités: Histoire et théorie des arts, des lettres et des techniques/Intermediality: History and Theory of the Arts, Literature and Technologies 20, 2012, online. – Mwakalinga, Mona: The Political Economy of Cinema (video film) in Tanzania. In: African Review 40,1, 2013, S. 203-217. – Overbergh, Ann: Innovation and its obstacles in Tanzania’s Bongowood. In: Journal of African Cinemas 7,2, 2015, S. 137-151. 


Artikel zuletzt geändert am 25.04.2018


Verfasser: DM


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