Lexikon der Filmbegriffe

Traumpaare der Filmgeschichte

engl.: dream couple, perfect couple ; die Bezeichnung wird fast ausschließlich in der populären Filmpresse und im Feuilleton verwendet


Nicht nur einzelne Schauspieler können zu prototypischen Inkorporationen zeitgenössischer Wertvorstellungen werden und ins kollektive Bewusstsein eindringen, sondern auch Paare – Idealvorstellungen dessen, was ein (fast immer gemischtgeschlechtliches) Liebespaar ausmacht. Die Filmgeschichte ist voll von solchen Konstellationen, von der Verheißung der perfekten Ergänzung, der Harmonie und Stimmigkeit im Überfluss. Es mag interessieren, dass die Beziehungen der Traumpaare in aller Regel nicht auf Macht und Unterordnung basieren, sondern dass sie Modelle der Gleichberechtigung und der Eigenständigkeit inkorporieren und jeweils selbständige Partner in Harmonie vereinen. In allen nationalen Filmgeschichten gibt es Traumpaare. Natürlich verschieben sich die Vorstellungsmuster. Bildeten Lilian Harvey und Willy Fritsch ein Traumpaar des deutschen Films der 1930er (nach ihrem Film Die keusche Susanne [1926]), verkörpern Ruth Leuwerik und O.W. Fischer (nach dem Film Ein Herz spielt falsch [1953]) oder Sonja Ziemann und Rudolf Prack (erster gemeinsamer Film: Schwarzwaldmädel [1950]) ganz andere Ideale des Paares. Wenige Jahre später wurden Romy Schneider und Karlheinz Böhm (aufgrund der Sissi-Trilogie) gleichzeitiges Traumpaar für ein ganz anderes Publikum als die gleichzeitigen Conny Froboess und Peter Kraus (die allerdings nur in zwei Filmen gemeinsam agierten). Andere Paare sind von internationaler Geltung (und von manchmal erstaunlicher Stabilität gegen den Lauf der Zeit) – Fred Astaire und Ginger Rogers als idealstes Paar der Filmtänze, Clark Gable und Vivienne Leigh (in ihrem Film Gone with the Wind [1939]), Spencer Tracy und Katharine Hepburn (nach Woman of the Year [1942]) oder Rock Hudson und Doris Day (nach Pillow Talk [1959]). Ein neueres Beispiel, in dem die dargestellte Beziehung Impulsgeber für die Anhebung der Schauspieler Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in Titanic (1997) dazu führte, sie zum „Traumpaar“ zu deklarieren (ähnlich wie Julia Roberts und Richard Gere in Pretty Woman [1990]).


Literatur: Parish, James Robert: Hollywood's great love teams . New Rochelle, N.Y. : Arlington House Publishers 1974. 

Referenzen:

Prominentenpaare


Artikel zuletzt geändert am 25.04.2018


Verfasser: KB


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