Lexikon der Filmbegriffe

Collywood

eigentlich: Cameroon[ian] Film Industry (C.F.I.); Slangausdruck wohl aus C[ameroon] + [H]ollywood unter zusätzlicher Anspielung auf „Nollywood“ (= nigerianische Filmproduktion)


Der ironische Slangausdruck Collywood wurde 2008 offizialisiert, als sich die englischsprachige Filmindustrie des Landes im Rahmen der Alliance Franco Camerounaisein Buea als Collywoodzusammenschloss; dem Verband gehören inzwischen (Stand: 2016) 150 Produktionsfirmen an. Seit den 1980ern war es zur Produktion einer wachsenden Zahl englischsprachiger Filme im Land gekommen; vor allem zogen die nigerianischen Nollywood-Filme massive Publika an – aufgrund geographischer Lage, kultureller Nähe und der gemeinsamen Kolonialgeschichte und Sprachkompetenz. Gedreht wurde mit billigsten Mitteln, meist auf Video; die Auswertung der Filme beschränkte sich auf Kamerun und Nigeria. Seit 2008 werden pro Jahr nach Auskunft des Verbandes 80 Filme produziert (zum Teil in Koproduktion mit nigerianischen Firmen). Collywood hat inzwischen ein eigenes Starsystem (dem z.B. der Sänger und Schauspieler Alexx Ekubo oder die Schauspielerin und Produzentin Syndy Emade zugehören), das sich z.T. mit dem Nigerias vermischt. 


Literatur: Coulon, Florent: The Story of Cameroonian Cinema. In: Afrique contemporaine2, 2011, S. 91-105. – Endong, Floribert Patrick C.: Nollywood in Cameroon: Transnationalisation and Reception of a Dynamic Cinematic Culture. In: CINEJ Cinema Journal6,2, 2017, S. 129-143. 


Artikel zuletzt geändert am 21.12.2018


Verfasser: KB


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