Lexikon der Filmbegriffe

Testvorführung

engl.: test screening


Nach der Produktion eines Films und den in dieser Zeit üblichen Sichtungen der Muster erfolgt oft unmittelbar nach Abschluss der Dreharbeiten eine Vorführung des in der Reihenfolge der Szenen zusammengestellten Films, wenn der oder die Cutter die Arbeit noch nicht begonnen haben und die Special Effects noch nicht realisiert sind, manchmal noch nicht einmal die Dialoge aufgezeichnet wurden  (manchmal als production screeningbezeichnet); ihr folgen während der fortschreitenden Arbeit am Schnitt manchmal eine ganze Reihe von Testvorführungen vor ausgewählten Zielpublika – die Reaktionen des Publikums werden sorgfältig registriert, weil sie Hinweise geben, ob der Schnitt stimmig ist, ob die Geschichte neu gefasst werden muss oder ob zusätzliche Aufnahmen nötig sind.


Sehr genau und meist mithilfe formaler Erhebungsinstrumente durchgeführt werden Testvorführungen, die zur Evaluation der Publikumswirkungen dienen (und oft focus group screeningsgenannt werden). Oft wird mit Fragebögen gearbeitet, mit Interviews, manchmal sogar mit Videointerviews. Auch Gruppendiskussionen (mit bis zu 25 Zuschauern) gehören zum Grunddesign dieser Vorführungen. Manchmal wird auch so verfahren, dass Zuschauer via Knopfdruck signalisieren, was ihnen an einem Film gefällt und was nicht. Allerdings selten werden neben dem mimischen Ausdrucksverhalten auch physiologische Rezeptionsdaten registriert. 


Artikel zuletzt geändert am 28.12.2018


Verfasser: JH


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