Lexikon der Filmbegriffe

Christ figure film

dt. manchmal: Christusfilme


In der meist theologisch motivierten Erforschung der Christusfiguren, die in Filmen der gesamten Filmgeschichte aufgetreten sind, ist nach der Jahrtausendwende die Überlegung geäußert worden, den Christ figure filmals eigenes Stoff-Genre anzusehen. Dabei geht es nicht nur um Adaptionen der biblischen Texte von der Geburt bis zum Kreuzweg und der Auferstehung, sondern vor allem um die säkularisierten Figuren, die dem Vorbild der Christus-Figur nachempfunden sind. Der Horizont der Überlegungen ist in der Annahme veranlagt, dass das Weiterleben elementarer christologischer Aussagen sowie die kulturelle Geltung des Neuen Testaments als Gründungserzählung der abendländischen Gesellschaften auch vermittels dieser (unvermittelten und vermittelten) nicht-schriftlichen filmischen und in aller Regel narrativen Adaptionen ermöglicht wird. Ein Problem der Analyse bleibt sicher, dass die säkularen, als Christus-ähnlich behaupteten Figuren auf Interpretation angewiesen bleiben, wenn der Bezug zu den biblischen Quelltexten nicht explizit ausgewiesen ist. 


Literatur: Kozlovic, Anton Karl: The structural characteristics of the cinematic Christ-figure. In: The Journal of Religion and Popular Culture8,1, 2004, Online, Text 5. – Kozlovic, Anton Karl: The cinematic Christ-figure. In: The Furrow55,1, 2004, S. 26-30. – Deacy, Christopher: Reflections on the Uncritical Appropriation of Cinematic Christ-Figures: Holy Other or Wholly Inadequate? In: The Journal of Religion and Popular Culture13,1, 2006, online, Text 1. – Reinhartz, Adele: Bible and Cinema. An Introduction. London/New York: Routledge 2013, bes. S. 148-174. 

Referenzen:

Erlösungs- und Heilsgeschichte

Jesusfilm

Leidensgeschichte

Passionsgeschichte


Artikel zuletzt geändert am 21.12.2018


Verfasser: KB


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