Lexikon der Filmbegriffe

Hollywoodschaukel

der Ausdruck ist eine Marketing-Erfindung des Dt.; engl.: garden swing; als Bezeichnung für Schaukeln, die an den Tragbalken der Veranden vor amerikanischen Holzhäusern angebracht sind: porch swing(= Verandaschaukel)


Eine an einem freistehenden Gerüst oder Rahmen angebrachte und meist überdachte Gartensitzbank aus Holz oder Metall, deren Sitze mit Ketten oder Stangen an einer Tragestange befestigt sind und die freistehend im Garten aufgestellt ist, wird im Deutschen seit den 1950ern als Hollywoodschaukelbezeichnet. Die Schaukeln fanden sich schon anfangs des 20. Jahrhunderts vor allem in England – man hatte das Möbel wahrscheinlich in Indien kennengelernt. In Deutschland wurden die Schaukeln als Teil der Gartenbestuhlung in den 1950ern und 1960ern heimisch, nachdem sie in diversen Hollywoodfilmen der Zeit verwendet und dort als Freizeitmöbel einer ebenso mondänen wie bürgerlichen Freizeitkultur behandelt worden waren. Dramaturgisch waren sie Orte, die einerseits in der familiären oder nachbarschaftlichen Öffentlichkeit des Gartens standen, andererseits aber so stark gegen die Umgebung abgeschottet waren, dass sie intime oder vertrauliche Gespräche ebenso ermöglichte wie erotische Begegnung.


Die Schaukeln wurden nicht nur dem Kino abgelauscht, sondern fanden ihren Weg auch zurück in die Inszenierung von Medienszenarien: Die österreichische Journalistin Margret Dünser nutzte die Freizeit-Anmutungen der Schaukeln in der ZDF-Reihe V.I.P.-Schaukel(1971-80), wenn sie mit Mitgliedern des internationalen Jet-Sets in der namensgebenden Hollywood-Schaukel Platz nahm und zu plaudern begann.


Artikel zuletzt geändert am 21.12.2018


Verfasser: JvH


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