Lexikon der Filmbegriffe

Intrige

von lat.: intricare= verwickeln, in Verlegenheit bringen; frz.: intrigue; veraltet auch Kabaleoder Ränke; im Dt. als soziodramatischer Begriff eng verwandt mit Komplott, Machenschaften, Doppelspiel


Handlungsstrategien, mit der einzelne oder Gruppen von Menschen versuchen, anderen Schaden zuzufügen oder sie gegeneinander aufzuhetzen, werden als Intrigenbezeichnet. Ziel ist meist die persönliche emotionale Befriedigung (Schadenfreude, Sadismus u. Ä.) oder der persönliche oder gruppeneigene Vorteil; im Politischen dienen Intrigen der Erhaltung oder Schwächung von Macht (etwa in Form der „Hofintrigen“). Das Intrigieren ist eine der elementaren Figurenstrategien in der Theaterdramaturgie – mit signifikanten Unterschieden der dramatischen Gattungen: In der Komödie (Intrigenkomödie, frz.: comédie d‘intrigue) stellt die durch den Intriganten eingefädelte Verwicklung schließlich zur Bloßstellung seiner selbst; in der Tragödie führt sie dagegen den Untergang des Helden herbei. Intrigeim theaterdramaturgischen Gebrauch ist immer die sichtbare Handlung eines Theaterstücks, seine Verwicklung und deren Auflösung; folgt man Jean-François de Marmontels Beschreibung (1787), derzufolge die Intrige eine Kette von Ereignissen ist, von denen jedes ein Glied sein muss, ist sie die Klammer, die den Gang des Geschehens zusammenhält (darin der Redeweise vom plotverwandt). 


Literatur: von Matt, Peter: Die Intrige. Theorie und Praxis der Hinterlist. München: Hanser 2006. – von Matt, Peter: Ästhetik der Hinterlist: zu Theorie und Praxis der Intrige in der Literatur. In: Merkur638, 2002, S. 461-470. – Pourroy, Gustav Adolf: Das Prinzip Intrige. Über die gesellschaftliche Funktion eines Übels. Osnabrück: Edition Interfrom bei Fromm 1988. 


Artikel zuletzt geändert am 21.12.2018


Verfasser: AS


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