Lexikon der Filmbegriffe

Sollywood: Sierra Leone

Gelegenheitsbezeichnung der kleinen Filmproduktion in dem multiethnischen westafrikanischen Sierre Leone; gebildet nach dem Wortbildungsmuster von „Bollywood“ oder „Nollywood“


Eine eigentliche Kinokultur in Sierra Leone existiert nur in größeren Städten; überall aber finden sich gemeinschaftlich (und oft kommerziell genutzte) Kleinkinos, die mit Fernsehern oder Beamern vor allem Übertragungen von Fußballspielen der großen Ligen oder „Nollywood“-Filme aus Nigeria zeigen. Auch eine Filmindustrie existiert nicht, wenngleich inzwischen mehrere in Sierra Leone produzierte Filme vorliegen (darunter der Musikfilm For the Love of Money, 2009, produziert und inszeniert von dem Musikproduzenten Jimmy B[angura] und seinen „Paradise Studios“, der an die vielfältige Tanz- und Theaterkultur des Landes anknüpft, sie allerdings mit neueren Stilistiken der zeitgenössischen Populärmusik vereint); ein nationales Starsystem entwickelt sich (darunter der Schauspieler Ibrahim Kamara [„Sara de Great“], der etwa in der schwarzen Komödie Ebola Gboss Gboss 2[Ebola Confusion 2], 2015, die Hauptrolle spielt). Anfänglich wurde die Bezeichnung als Selbstbezeichnung verwendet, was u.a. zu Streit mit der gleichen Nomination in Südafrika führte – inzwischen wurde aber eine Filmschule in Freetown gegründet (2011), 2012 fand das „Sierra Leone International Film Festival“ statt, das 2015 bereits zu zwei Dritteln Filme aus eigener nationaler Produktion zeigte. 


Artikel zuletzt geändert am 28.12.2018


Verfasser: AS


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