Lexikon der Filmbegriffe

Volkswartbund

DerVolkswartbund (VWB)ist eine deutsche katholische Organisation, der 1927 gegründet wurde; 1951 wurde der Bund in „Bischöfliche Arbeitsstelle für Fragen der Volkssittlichkeit“ umbenannt, deren Programm die „Wahrnehmung des literarischen Jugendschutzes und die Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit“ war; 1971 erfolgte eine erneute Umbenennung in „Zentralstelle für Fragen der Sozialethik und Sozialhygiene e.V.“, 2010 in „Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendschutz e.V.“. In den Anfängen bekämpfte der VWB in Büchern und Vorträgen die Freikörperkultur und den Naturismus. Ziele seines „Kampfes für Sittlichkeit und Anstand“ waren später Personen wie Beate Uhse und Filme wie Die Sünderin(1951). Selbst nicht antragsberechtigt, belieferte der VWB die Innenministerien der Länder bzw. der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS), die personell gelegentlich sogar mit dem VWB zusammenhing, mit ausgearbeiteten Indizierungsanträgen. 


Literatur: Horst, Ernst: Die Nackten und die Tobenden. FKK - wie der freie Körper zum deutschen Kult wurde. München: Blessing 2013, S. 75-88 („Das Schmutz- und Schundgesetz von 1953 und der Volkswartbund“). – Ferchl, Irene: Zensurinstitutionen und Zensurinitiativen. In: Zensur in der Bundesrepublik. Fakten und Analysen. Hrsg. v. Michael Kienzle u. Dirk Mende. Neu bearb., erg. Taschenbuchausg. München  Heyne 1981, S. 256-268. – Stümmer, Erich: Film und Jugendschutz. Köln-Klettenberg: Volkswartbund 1956.


Artikel zuletzt geändert am 21.12.2018


Verfasser: HHM


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