Lexikon der Filmbegriffe

walk and talk

auch:walk-and-talk shot; dt. etwa: „gehen und miteinander sprechen“; Sonderfall der Fahraufnahme


Eher umgangssprachliche Bezeichnung eines Einstellungstyps, der zwei (manchmal auch mehr) Figuren in einer Voraus- oder Begeleitfahraufnahme zeigt, die zugleich gehen und einen Dialog führen. Öfters begegnen die beiden Akteure einer weiteren Figur, die der Interaktionsdyade hinzutritt (und oft zu einer Unterbrechung des Dialogs führt oder dessen Fortführung verzögert) oder der zum Gegenstand des Gesprächs wird. Vor allem in neueren Filmen dient diese Inszenierung dazu zu zeigen, wie beschäftigt die Figuren sind (so dass die Zeit zum konzentrierten Gespräch nicht vorhanden ist), aber auch, wie groß ihr Bewegungsareal ist (so dass die Sequenz auch als Überleitung von einem Handlungsort zum anderen dient); zudem wird es möglich, den öffentlichen urbanen Raum zu zeigen, in dem die Handlung spielt (wie aber auch die Landschaft der Umgebung des eigentlichen Handlungsortes). Heute wird oft die Steadycam eingesetzt, so dass nicht nur das visuelle Mehr des Bildes (gegenüber dem meist statischen talking heads shot) gewonnen wird, sondern auch noch die visuelle Qualität der Bewegung des Bildes selbst. 


Literatur: Bordwell, David: Walk the Talk. [Blog-Beitrag.] URL: http://www.davidbordwell.net/blog/2007/02/09/walk-the-talk/.


Artikel zuletzt geändert am 21.12.2018


Verfasser: JH


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