Lexikon der Filmbegriffe

Pallywood

Pallywood


Kofferwort aus: Palestinian + Hollywood; selten auch ausgewiesen als Kurzform für: Palestinian Authority Hollywood; selten auch – vor allem in westlichen Blogs – als: Hezbollywood(aus Hezbollah + Hollywood)


Der der politischen Kritik entstammende und verwendete Terminus entstand um 2000, ausgelöst durch den Muhammad al-Durrah-Vorfall, bei dem ein 12jähriger während eines Feuerwechsels zwischen palästinensischen und israelischen Truppen ums Leben kam. Er führte zu einer jahrelangen Ermittlung, ob der Junge tatsächlich starb, als eine französische Nachrichtenkamera den Vorfall aufnahm, oder nicht. Der Historiker Richard Landes ein 18minütiges Dokumentarvideo (Pallywood: According to Palestinian Sources, 2005), in dem er sich manipulierten Dokumentaraufnahmen widmete, die im Propagandakrieg zwischen Israelis und Palestinensern auf palestinensischer Seite entstanden. Die Rede von Pallywoodwurde auf diverse andere kriegerische Auseinandersetzungen (etwa den Libanon-Krieg, 2006, oder den Gaza-Krieg, 2014) ausgedehnt und fußt auf der These, dass derartige Aufnahmen aus dem Krieg für die Kamera inszeniert seien. 


Literatur: Demos, T.J.: The Right to Opacity: On the Otolith Group's Nervus Rerum. In: October, 129, Summer 2009, S. 113-128. Dazu: Emmelhainz, Irmgard / Otolith Group: A Trialogue on Nervus Rerum. In: Ebd., S. 129-132. – Ensel, Remco: Singing about the death of Muhammad al-Durrah and the emotional mobilization for protest. In: International Journal of Media & Cultural Politics10,1, 2014, S. 25-42. – Groves, Adam: ‘From Gaza to the Streets of Britain’. British social media coverage of the 2014 Israel-Gaza conflict. In: Jewish Culture and History18,3, 2017, S. 331-349. 


Artikel zuletzt geändert am 21.12.2018


Verfasser: HHM


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