Lexikon der Filmbegriffe

Sexappeal

auch: Sex-Appeal; von engl.: sex appeal= sexuelle Ausstrahlung


Allgemeinbezeichnung der sexuell-erotischen Attraktivität von Menschen. Die sozialpsychologische Attraktivitätsforschung hat Kriterien wie


- einen wohlproportionierten Körper,


- Selbstbewusstsein,


- ein gutes Körpergefühl,


- Humor und Kommunikationsfähigkeit


als Einflussgrößen benannt, die auch auf den subjektiv empfundenen Sexappeal von Menschen wie auch von Filmfiguren Einfluss ausüben. Es ist evident, dass die Zuschreibung von Sexappeal eng mit nicht nur durch die körperliche Erscheinung definierten historischen Geschlechteridealtypen zusammenhängen und sich dementsprechend historisch verändern, sich zudem national, ethnisch, hinsichtlich des Alters der attribuierten Figuren etc. unterscheiden, sich gelegentlich zu viel spezifischeren Figurentypen verdichten (wie das „It-Girl“, die „Lolita“ oder die „Sexbombe“), die ihrerseits wieder parodiert wurden.


Vor allem Schauspieler wurden immer wieder als Inkarnationen hohen Sexappeals verhandelt (so wurden George Clooney und Jennifer Lopez 2008 von der Entertainment Weeklyals Schauspieler mit dem derzeit höchsten Sexappeal gewählt), wobei sich immer wieder gezeigt hat, dass die ihnen zugeschriebene Sexualitätsattraktivität sich in ihrer (Rollen-)Biographie verändert (als Beispiele für verschwundene sexuelle Attraktivität mögen aktuell Russell Crowe, Alec Baldwin oder Mickey Rourke gelten [Stand: 2018]; eines der wenigen Beispiele bis in die Altersrollen hinein erhaltenen Sexappeals ist Sean Connery). Die Einschätzung des historisch und kulturell relativen Sexappeals von Schauspielern und Figuren ist für eine historisch sensible rezeptionsästhetische Analyse von Filmen von größter Bedeutung – auch hinsichtlich der Besetzung der Rollen von Figuren, denen sexuelle Attraktivität in der erzählten Welt zugewiesen ist (wie etwa der Esmeralda-Figur in den Adaptionen des Romans Notre-Dame von Paris, 1831).


Literatur: Dyer, Richard: Heavenly Bodies: Film Stars and Society. London: Macmillan 1986. - Gallagher, Mark: On Javier Bardem’s sex appeal. In: Transnational Cinemas5,2, 2014, S. 111-126. - Leahy, Sarah: ‘Neither charm nor sex appeal...’ Just what is the appeal of Simone Signoret? In: Studies in French Cinema4,1, 2004, S. 29-40.

Referenzen:

Clooney-Effekt


Artikel zuletzt geändert am 21.12.2018


Verfasser: AS


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