Lexikon der Filmbegriffe

Mikrophonierung

auch: Mikrophonierungstechnik; manchmal auch nur: Mikrophonie


UnterMikrophonierungversteht man die Auswahl und Aufstellung von geeigneten Mikrophonen für eine aktuelle (Film-)Situation. Faktoren der Tonqualität und -charakteristik sind die akustischen Eigenschaften des Aufnahmeraums, die Art und Qualität der eingesetzten Mikrophone, die Positionierung der einzelnen Mikrophone zur Schallquelle, die Positionierung mehrerer Mikrophone im Ensemble. Der Aufnahmeraum lässt sich durch geeignete Maßnahmen akustisch optimieren (mittels Stoffgardinen oder Resonatoren zur Dämpfung des Raumhalls oder Reflektoren und Diffusoren zur Bündelung und Streuung des Tons). Ähnlich wie in der Tiefenstaffelung der Bühne spricht man auch in der Tongestaltung von Nah-, Mittel- und Fernbereichen (oder der entsprechenden Mikrophon-Positionen). Bei den meisten Aufnahmen wird der O-Ton der sprachlichen Äußerungen von Schauspielern für besonders wichtig erachtet, weil ihm höhere Ausdrucksintensität zugesprochen wird; alle anderen Tonarten (insbesondere der Atmo-Ton, aber auch die Indizierung des spezifischen Raumklangs via Hall-Elemente) lassen sich in der der Aufnahme folgenden Tonmischung beifügen; die besten O-Ton-Qualitäten erreicht man durch das Angeln mit Kleinkondensator-Mikrophonen – der Angler folgt den Schauspielern mit dem Mikrophon, wodurch der Ton eine „natürliche“ Perspektive erlangt. 


Literatur: Webers, Johannes: Handbuch der Tonstudiotechnik für Film, Funk und Fernsehen. 9., neu bearb. und erw. Aufl. Poing: Franzis 2007.


Artikel zuletzt geändert am 21.12.2018


Verfasser: JH


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