Lexikon der Filmbegriffe

Regalfilm

auch: Kellerfilm

Wohl aus der DDR stammt die Bezeichnung Regalfilm oder auch Kellerfilm für jene Filme, die nach weitestgehender Fertigstellung von der Zensur verboten wurden und im Archiv verschwanden. Die Begriffe wurden erst populär, als in den 1980er Jahren im Rahmen der Perestrojka russische Filme wie Die Kommissarin (1967, Akexandr Askoldow) oft erstaufgeführt wurden (der Film erhielt 1988 eine Silberne Bärin auf der Berlinale). Manchmal galt das Verbot nur länder- oder blockweise; so wurde Milos Formans Feuerwehrball (1968) oder Jiri Menzels Liebe nach Fahrplan (aka: Scharf beobachtete Züge) erst nach dem Regimewechsel in Prag in der CSSR uraufgeführt; die Filme waren in den westlichen Ländern zugänglich gewesen. Die DDR-Kellerfilme datierten fast alle aus den Jahren zwischen 1965 und 1967 (Das Kaninchen bin ich, 1965; Denk bloß nicht, ich heule, 1965/1990; Spur der Steine, 1967/1990; Jahrgang 45, 1966/1990), viele konnten erst nach der Wende uraufgeführt werden. Regalfilme kommen aber nicht nur aus sozialistischen Ländern – so wurde Peter Pewas‘ Film Der verzauberte Tag (1943) von den Nazibehörden mit Aufführungsverbot belegt, weil er „zu schwermütig“ sei. 
 

Referenzen:

Kaninchenfilme


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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